_UP

Übersicht

Heiningen, Kath. Stiftskirche

Restaurierung der Orgel von Heinrich Vieth 1887    

< 1 2 3 4 5 6 7 8 9

 

Gebläseanlage

Die Nebengeräusche und die unbefriedigende Windstabilität hatten mehrere Ursachen. Zum einen war die vorhandene Windmaschine sehr alt, vermutlich noch aus den 1930er Jahren; für diese war auch nur ein sehr dünner Motorkasten ohne jede Schalldämmungseigenschaft unter die Treppe gebaut worden. Diese Maschine war vermutlich noch nie sehr leise, obwohl sie leicht durch zusätzliche Dämmstoffe hätte verbessert werden können.

 

Des weiteren war seit 1989 der Abstand zwischen dem Motor und dem Balg mit Drossel sehr weit – über 2.50m – was den Körperschall des Motors wie einen Resonanzkörper verstärkt. Die beiden vorhandenen Bälge stammten vermutlich aus der Zeit der letzten Restaurierung durch Martin Haspelmath 1987, der sie wohl gebraucht eingebaut hatte. Sie waren aus Limba-Pressspanplatten gefertigt und parallel geschaltet, wobei ein Schwimmerbalg (1.50m x 0.95m) und ein Balg mit einwärts gehender Falte (1.80m x 0.88m) hintereinander stehen.

 

Eine Weiterverwendung dieser Bauteile im Sinne einer Verbesserung der Windqualität hielten wir für nicht möglich.

 

Wir hatten beim Ausbau der Orgel festgestellt, dass eine originale Windzuführung in den noch vorhandenen Hauptkanal entfernt wurde. Dieser fehlende Kanal war die Verbindung von Balganlage zum Kanalsystem der Orgel. Anstatt dessen versorgten zwei Windrohre aus PVC-Plastik die Orgel mit Wind. Die Logik dieser Veränderung war nur schwer nachvollziehbar, zumal die Windstabilität der Orgel ja sehr unbefriedigend blieb.

 

Um den Wind zu verbessern, mußte die bisherige Anlage komplett aufgegeben und die Kanalanlage der Orgel an das System direkt angeschlossen werden.

 

Die neue Balganlage haben wir in den Zwischenraum zwischen der (ebenfalls jüngeren) Rückwand der Orgel und der Kirchenwand auf ein neues Tragegestell aus Holz gebaut. Auf dieses Gestell wurde ein neues Langsamläufergebläse mit neuem Motorkasten und ein Doppelfaltenmagazinbalg gestellt. Als Windkanal konnten wir ein Kanalstück rekonstruieren, das dann mit dem originalen Hauptkanal an der erkennbaren Stelle in der Mitte, mit den originalen Maßen, verbunden wurde.

 

Um diese Anlage realisieren zu können, mußten alle hinter dem Orgelgehäuse verbliebenen Schränke und weitere Utensilien entfernt werden. Nach Einbau der Gebläseanlage bleibt nun aber ein Durchgang auf Emporenniveau vorhanden.

 

Die Rückwand aus Faserplatten wurde wieder geschlossen.

 

Aus unserer Sicht dürfte das sogar – mit Ausnahme des Motors – der ursprünglich 1887 vorhandenen Anlage entsprechen, die zu einem bisher unbekannten Zeitpunkt, spätestens aber 1989, aus heute unerfindlichen Gründen verändert wurde.

 

Intonation

Nach Wiedereinbau der Windladen, der Spielanlage und dem Aufbau der Balganlage wurden nach Abdichten des Kanalsystems noch einmal die Windladen auf Dichtigkeit und auf Funktion geprüft.

 

Das Pfeifenwerk der Orgel wurde registerweise wieder eingebaut und in der Intonation ausgeglichen.

 

Veränderungen am Pfeifenwerk bzw. an den Intonationsparametern wurden nicht gemacht. Die Vorgaben im Bezug auf Winddruck, Stimmtonhöhe und Klang wurden übernommen.

 

 

 

Seiten: < 1 2 3 4 5 6 7 8 9