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Übersicht

München, St. Peter, Hauptorgel

Unsere ersten Begegnungen mit der Stadtpfarrkirche St. Peter liegen schon viele Jahre zurück. Die Planung für die 2003 fertig gestellte Hauptorgel umfasste auch Überlegungen zu der Chororgel, deren Ansteuerung bereits beim Neubau der Orgel im Hauptorgelspieltisch angelegt wurde. Nun ist die Orgelanlage vollständig.

 

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Wie oben bereits angedeutet, vervollständigt der Trompetenchor des IV. Manuals die gesamte Orgel, ebenso wie der dort angelegte „große“ Cornet, dessen Gegenspieler die Terzspiele in den anderen Manualen sind – prinzipalisch im Hauptwerk, flötig im Positiv, überblasend im Schwellwerk. Das Pedal gibt der gesamten Orgel das Fundament. Es ist nach süddeutschem Vorbild frei hinter dem Orgelgehäuse aufgestellt und besteht wesentlich aus Holzpfeifen, lediglich die Zungen 32‘, 16', 8', 4' sind aus Metall, damit sie mehr Glanz und Kraft entwickeln können.

 

Die anspruchsvolle Kirchenmusik von St. Peter braucht nicht nur ein angemessenes Orgelwerk, auch Chor und Orchester sind unverzichtbarer Teil der Musik auf der Orgelempore. So schien es uns wünschenswert, einen unmittelbaren Blickkontakt zwischen Organist, Chordirektor und den Musikern der Figuralmusik zu schaffen. Aus diesem Grunde haben wir den Spieltisch in die Mitte gesetzt, mit Blickrichtung des Organisten vom Orgelgehäuse weg, so niedrig wie technisch möglich gebaut, das Notenpult aus Acrylglas. Dies schien uns auch als Reminiszenz zu der von Karl Emil Schafhäutl 1809 so begeistert geschilderten Orgelanlage von Abbé Vogler richtig zu sein.

 

Dieser neue freistehende mechanische Spieltisch wurde in das Chorpodest integriert. Die Gestaltung der Spielanlage ist in ihrer Ästhetik auf das Orgelwerk abgestimmt, die vielen Registerzüge liegen übersichtlich und in ergonomisch günstiger halbrunder Anordnung den Klaviaturen zugeordnet; edle Materialien, wie etwa Ebenholz, Bein, sogar fossiles Elfenbein von Mammuts und feine, geräucherte Eiche bestimmen das Bild und laden ein, beim Spiel das Instrument nicht nur zu hören, sondern auch hinzuschauen und zu fühlen.

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