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Übersicht

München, St. Peter, Chororgel

Mit der Fertigstellung der Chororgel ist die monumentale Orgelanlage vollendet, wie sie bereits 2003 vorgeplant war – sie war also von Anfang an Teil des Gesamtplans der Orgelanlage. Die Chororgel sollte daher auch vor allem den Pianobereich der Orgel als Fernorgel ergänzen.

 

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Bei der Chororgel blieb die schöne Fassade von 1958 mit all ihren Schnitzereien erhalten, ergänzt um ein in sich geschlossenes, „tragendes“ Gehäuse sowie dem freistehenden Spieltisch.

 

Ungeahnte Schwierigkeiten wurden durch die Holzauswahl von 1958 verursacht: damals war das „Manonia altissima“ ein übliches Ersatzholz für Nussbaum. Inzwischen ist dieses afrikanische Holz kaum mehr gebräuchlich. Die sichtbaren Teile mussten aber adäquat ergänzt werden. Das inzwischen sehr rare Holz konnte nur durch gute Beziehungen zu unserem Holzhändler überhaupt beschafft werden, der für uns alle weit verstreuten Reste dieser Holzart für das Orgelgehäuse zusammengesucht hat.

 

Das Gehäuse wurde auf einem großen Eisenrahmen gesetzt, der wie ein Eisenbahnwaggon auf Rädern steht. Die gesamte Orgel kann nun auf Schienen um fast 5 Meter bewegt werden – eine ziemlich einmalige Fähigkeit einer so großen Orgel mit dem stattlichen Gewicht von ca. 4500kg. Die Orgel wird über ein mechanisches Getriebe kinderleicht bewegt.

 

Über eine elektrische Verbindung können alle Funktionen von der Hauptorgel aus übernommen werden, dabei bleibt die Chororgel aber auch selbständig spielbar, was ihre Verwendungsfähigkeit für die Kirchenmusik immens erweitern wird.

 

Überhaupt wurde ein Instrument angestrebt, das vielfältigste Möglichkeiten besitzt: Insgesamt wurden die 16 klingenden Register, verteilt auf 2 Manualwerke und das Pedal in einen Gesamtschwellwerk gesetzt, die Orgel ist also in sich dynamisch angelegt. Um ihre Begleitaufgaben erfüllen zu können, besitzt die Disposition einen geschlossenen Prinzipalchor, ergänzt durch die Bassfunktion des Pedals und durch die beiden vollbecherigen Zungen. Darüber hinaus kann die Orgel mit dem Flötenchor, bestehend aus konischen Registern und dem geschlossenen Streicherchor sogar noch die große Orgel um feinste Farben ergänzen, die bis hin zum mystischen Klang von Aeoline 8’ oder Vox humana 8’ gehen. Die besondere Stärke dieser Orgel liegt also vor allem im Bereich der leisen Pianoregister. Röhrenglocken, bisher in der Gesamtanlage ebenfalls noch nicht vertreten, ergänzen das Gesamtwerk.

 

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