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Übersicht

Marburg, Elisabethkirche

Die Elisabethkirche zu Marburg gehört zu denjenigen Kirchenräumen, die jedem Kunst-Interessierten bekannt sind: Eine der wenigen deutschen gotischen Kathedralen, die in der Gotik begonnen und auch noch in dieser kunstgeschichtlichen Epoche fertig gestellt werden konnten. Ein Bauwerk mit einer sehr eindrucksvollen Raumstruktur und Stringenz, dessen Faszination man sich nicht entziehen kann.

 

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Fertigung der Orgel in der Werkstatt Johannes Klais Orgelbau

 

Wir sind sehr stolz, in unserer Werkstatt weitgehend jedes einzelne Orgelwerk vom Rohstoff ausgehend fertigen zu können. Wir verwenden hierzu als Grundmaterialien Holz, welches wir in unserem Holzlager in natürlicher Trocknung über lange Zeiträume trocknen und lagern (zum jetzigen Zeitpunkt haben wir über 400 Stämme hier liegen), sowie Zinn und Blei, die wir in Barren unmittelbar von den Hütten kaufen.

 

Aus den Zinn- und Bleibarren werden die Bleche gegossen, die wir dann zum Bau der Pfeifen benötigen. Das Holz, welches bei uns in Bohlen eingeschnitten in ganzen Stämmen gelagert wird, wird sorgfältig so ausgewählt, daß für jedes Bauteil die richtige Stelle des Stammes ausgewählt wird.

 

So entstehen innerhalb eines Fertigungszeitraumes von einem Jahr in der Werkstatt alle notwendigen Bauglieder, gefertigt durch das Orgelteam.

 

Dieses Orgelteam baut dann auch das Instrument in unserem Montagesaal auf. Alle wesentlichen Funktionsteile wurden hierfür zusammengefügt, bevor dann das Orgelwerk wieder komplett zerlegt und zum Aufbau nach Marburg gebracht wurde.

 

Die farbliche Fassung der Orgel

 

 

Bereits in unserem Wettbewerbsentwurf hatten wir für die Orgel eine farbliche Fassung zugrunde gelegt. Diese Entwurfszeichnung wurde durch Odilo Siebigs, einem gelernten Architekten und Orgelbauer aus Aachen, der als Sohn des ehemaligen Aachener Dombaumeisters von Kindesbeinen an mit Denkmal-Kirchenräumen aufgewachsen ist, erstellt. Für die letztgültige Farbfassung und das Fassen des Orgelgehäuses haben wir uns dann entschieden, die berühmte spanische Künstlerin Frau Eva Arrizabalaga zu gewinnen. Eva Arrizabalaga, ebenfalls aus einer spanischen Orgelbauerfamilie stammend, hat in den USA und in Spanien Kunst studiert und in Spanien und Europa viele Ausstellungen gehabt. Über ihre Familiengeschichte vertraut mit dem Instrument Orgel, durch ihr künstlerisches Schaffen, welches plakativ Farben und Formen in unterschiedlichen Layern handhabt, schien sie uns die richtige Künstlerin für diese schwierige Aufgabe.

 

 

Am 22. Mai begann sie, zunächst die Linienführung auf die Prospektpfeifen behutsam aufzutragen. Schon zu Hause in Barcelona hatte sie im Maßstab 1:1 aus zusammen geklebtem Packpapier die Entwurfszeichnungen für die Linienführung an den Orgelpfeifen vorbereitet, die dann in Marburg auf den Orgelprospekt übertragen wurden. Eva Arrizabalaga ist es gelungen, auf Basis des von uns erarbeiteten Entwurfes ein eigenständiges künstlerisches Farbkonzept herzustellen.

 

Bernhard Dietrich beschreibt diese Konzeption wie folgt: "So ergibt sich ein eigenständiges künstlerisches Konzept, das gleichzeitig in ein Gespräch einerseits mit den Formen des Orgelgehäuses eintritt, andererseits aber auch auf das Meistermann-Fenster mit seiner farbigen Geist-Ausgießung bezogen ist".

 

Philipp C. A. Klais

 

 

 

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