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Auckland/NZ, Town Hall

Reorganisation der berühmten Orgel der Town Hall in Auckland, Neuseeland  

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MAORI-KLÄNGE – EINE PREMIERE FÜR KLAIS – EINE PREMIERE FÜR DIE ORGELWELT

Über die Jahrhunderte haben Musikinstrumente die Orgelbauer inspiriert, ihre eigenen Versionen davon zu schaffen; Flöten und Zungenstimmen jeder Art finden ihren Platz in der Orgel. Jetzt werden zu allerersten Mal Musikinstrumente der Maori in einer großen Konzertorgel vorgestellt, gebaut von Johannes Klais Orgelbau für Auckland, Neuseeland.

 

 

Die Idee stammt vom Stadtorganisten von Auckland, Dr. John Wells. In diesem großen Restaurierungsprojekt , das den Geist der originalen Norman and Beard-Orgel von 1911 einfangen möchte – die Orgel wurde 1970 komplett umgebaut, allerdings mit unbefriedigendem Ergebnis – meinte Dr. Wells, sie sollte einige einzigartige Neuseeland-Klänge enthalten.

 

Die Maori waren die ersten Siedler auf Neuseeland. Sie kamen vor etwa tausend Jahren. Sie nannten ihr neues Land Aotearoa – das Land der langen weißen Wolke. Unter ihren Besitztümern waren ihre wertvollen Musikinstrumente.

 

Nach Beratungen mit dem Spezialisten für Maori-Instrumente, Richard Nunns, wurden die Koauau (Flöte) und die Pukaea (Trompete) als beste Register für die Orgel ausgewählt. Orgelbau Klais nahm mit Enthusiasmus die Herausforderung an, Orgelversionen von diesen Instrumenten anzufertigen. Die Koauau, traditionell aus Knochen oder Stein gebaut, sollte aus künstlichem Glas gebaut werden, welche daneben das härteste brauchbare Material ist. Die traditionelle Pukaeas bestand aus konisch ausgehöhlte Holz und sollte sich in der Orgelversion mit den niedrigsten 24 Pfeifen widerspiegeln, und zwar mit konischen Rechteckquerschnitt-Klangkörpern aus Holz.

 

 

Klais Ideen gingen weiter als nur bis zur Entwicklung der Klänge. Die Holzpfeifen würden dem Hauptstamm der Maori übergeben, um sie mit traditioneller Kunst, entweder durch Bemalung oder Schnitzerei zu verzieren.

 

 

Am 27. Januar 2009 war Philipp Klais eingeladen, Vertreter von Ngati Whatua o Orakei an deren Marae (Treffpunkt) in Auckland zu treffen, um sein Angebot vorzutragen. Begleitet vom Projektberater Ian Bell (UK), Dr. Wells, Mitglieder des Town Hall Organ Trust und dem Auckland City Council, wurde Phlipp Klais mit dem Powhiri (traditioneller Maori-Gruß) willkommen geheißen. Eine einzelne Maori-Stimme sang eine Karanga, als die öffentliche Feier Richtung Whare Tupuna zog (Haus, das die Geister und die Geschichte ihrer Vorfahren verkörpert und in dem man sich trifft).

 

Ngati Whatua o Orakei Trust Board-Mitglieder, unter Vorsitz von Grand Hawke, saß auf einer Seite, während die Gästen ihm auf der anderen Seite gegenüber saßen. Es folgten eine Reihe von Ansprachen von beiden Seiten, ab und an unterbrochen von Waiata (Maori-Liedern).

 

Die Maori drückten ihre Unterstützung für das Projekt und ihren Eifer aus, einige Pfeifen zu verzieren, und stellten den von ihnen ausgewählten Schnitzer, Arekatera Mihi vor. Philipp Klais zeigte dann eine Pukaea Pfeifen und erklärte, wie sie geschnitzt werden könnte. Später wurde Arekatera Maihi die Orgel gezeigt, damit er genau sehen konnte, wo Pukaea und Koauau platziert werden sollen – im Solo, auf der obersten Orgelebene.

 

Normalerweise werden die Pfeifen hinter dem Orgelprospekt nur von Orgelbauern und Intonateuren gesehen, aber in Auckland wurden mehrere Gänge geschaffen, um Führungen durch das Instrument zu ermöglichen. Die Maori-klingenden Pfeifen in der Town Hall werden gesehen UND gehört!

 

Im folgenden einige Fotos:

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