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Übersicht

Hamburg, Hauptkirche St. Michaelis

Die Hauptkirche St. Michaelis zu Hamburg ist das markante Wahrzeichen Hamburgs. Die Kirche, mit ihrem 132 m hohen Turm von Hamburgern und Nicht-Hamburgern liebevoll "Michel" genannt, kann sicherlich zu den bedeutendsten protestantischen Barockbauten gezählt werden.

 

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I) Restaurierung der großen Steinmeyer-Hauptorgel

 

Die große Steinmeyer-Orgel ist die Hauptorgel der Hamburger St. Michaeliskirche. Sie wurde in den Jahren 1960 – 1962 (Einweihung März 1962) als Opus 2000 durch die Werkstatt Steinmeyer mit 85 Registern, verteilt auf fünf Manuale und Pedal, erbaut.

 

Bei der Werkstatt Steinmeyer handelt es sich um eine der größten und bedeutendsten deutschen Werkstätten, die über einen Zeitraum von mehr als 150 Jahren die Orgelgeschichte in Deutschland und im europäischen Raum prägend mit beeinflusst hat.

 

Die Orgel der Hamburger Michaeliskirche ist ein bedeutendes Zeugnis für den Orgelbau der 1960er Jahre und wird, analog zur Marcussen-Orgel auf der Seitenempore, als wichtiges neobarockes Klangdenkmal eingestuft. Im technischen Bereich, insbesondere im Bereich der mechanischen Trakturen, haben hier zeitbedingt jedoch einige Konstruktionen Anwendung gefunden, deren "Langlebigkeit" sich nicht bewährt hat. Als Beispiel sei hier die Verbindung zwischen Taste und Ventil angeführt, die mit einer dünnen Drahtkonstruktion, einer sogenannten Litze gelöst wurde, deren Dauerhaftigkeit nun an ihre Grenzen stößt. In Zusammenhang hiermit wurden die Umwinklungen über Spitzlager, sogenannte Wiener Kapseln, ausgeführt, die hohe Verschleißerscheinungen aufweisen, weil sich die Stahlspitzen in die Lager bohren.

 

Es ist leider nicht möglich, das verwendete Traktursystem denkmalgerecht zu restaurieren. Die eingearbeiteten Achsen in den Lagerungen können nur in Gänze ausgetauscht werden. Daher ist die Orgelkommission in Abstimmung mit den ausführenden Orgelbauwerkstätten zu der Entscheidung gekommen, die mechanischen Trakturen grundsätzlich gegen einheitliche Holztrakturen auszutauschen, deren Dauerhaftigkeit und Langlebigkeit sich in vielen Instrumenten bewährt hat. Gleichzeitig wird das Instrument aber einschließlich Windladen, Pfeifenwerk, Windversorgung, Prospektgestaltung und Anordnung der Teilwerke als wichtiges Zeugnis und Klangdenkmal der 1960er Jahre betrachtet und in seinem Erbauungszustand restauriert.

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