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Übersicht

Hamburg, Hauptkirche St. Michaelis

Die Hauptkirche St. Michaelis zu Hamburg ist das markante Wahrzeichen Hamburgs. Die Kirche, mit ihrem 132 m hohen Turm von Hamburgern und Nicht-Hamburgern liebevoll "Michel" genannt, kann sicherlich zu den bedeutendsten protestantischen Barockbauten gezählt werden.

 

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II) Restaurierung der Marcussen-Konzertorgel

 

Das zweite große Orgelwerk in der Hamburger Michaelis-kirche ist die sog. Konzert-Orgel auf der Nordempore. Sie wurde im April 1914 durch die dänische Werkstatt Marcussen & Son (Apenrade) fertig gestellt.

 

Das Instrument verfügte zum Zeitpunkt seiner Erbauung über eine vollständig pneumatische Spielanlage sowie über Taschenladen.

 

In den Jahren 1950/51 wurde das Instrument durch die Werkstatt E. F. Walcker (Ludwigsburg) elektrifiziert und stark umgearbeitet. Es erfolgten der Zubau eines dritten Manualwerks sowie eine ganze Reihe von Registerumstellungen und Veränderungen, die es schließlich in den Zustand brachten, in dem es sich bis zur soeben abgeschlossenen Rückführung präsentierte.

 

Die ursprüngliche Geschlossenheit der Anlage war durch diesen Umbau leider in weiten Teilen verloren gegangen; die hohe Qualität des Originalinstrumentes war jedoch noch in vielen vorhandenen Registern aus der Erbauungszeit deutlich ablesbar.

 

Aufgrund dieser hohen Qualität des ursprünglichen Orgelwerkes handelt es sich um ein wichtiges Denkmal in der Hamburger Orgellandschaft. Im Rahmen der Restaurierungsmaßnahme wurde nun die vorhandene historische Substanz im wiederhergestellten Kontext auf ihre originale Persönlichkeit zurückgeführt.

Ein großer Bestandteil des Pfeifenwerkes, das gesamte Gehäuse sowie alle Windladen waren erhalten, so dass ausreichend Originalsubstanz für eine Wiederherstellung vorhanden ist. Auch war das gesamte Instrument einschließlich aller Spielhilfen und Anlagezeichnungen in der Festschrift aus der Erbauungszeit sorgfältig dokumentiert.

 

Nicht mehr vorhanden waren der originale Spieltisch sowie einige Register der Originaldisposition, die sich allerdings anhand der Auswertung der detaillierten Analyse von Vergleichsinstrumenten rekonstruieren ließen. So konnte ein wichtiges Stück Hamburger Orgelgeschichte nach Abschluss der Restaurierungsmaßnahme zu neuem Leben erweckt werden.

 

Ziel war die Restaurierung/Rekonstruktion der Marcussen-Konzertorgel in klanglicher und technischer Hinsicht. Die Konzertorgel wurde wieder mit einem eigenen pneumatischen zweimanualigen Spieltisch versehen, der in die Orchesterempore eingesenkt wurde. Das nachträglich hinzugefügte Manualwerk wurde entfernt. Ziel der klanglichen Wiederherstellung ist eine weitgehende Annäherung an das originalen Klangbild.

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