Nun ist es geschafft!
Die Würzburger Hochschulorgel kommt ihrer Vollendung so nahe wie im Moment möglich.
neue Spieltischposition auf der Empore
Wie bitte? Zwar hegen manche die Überzeugung, ein Kunstwerk sei nie "fertig", sondern nähere sich immer nur seiner Vollendung. Doch sind wir uns durchaus bewusst, dass der Wunsch nach einer vollendeten Orgel jeden Organisten beseelt. Was macht nun die Würzburger Orgel so außergewöhnlich? Könnte man doch fast vom "System Banane" sprechen – das Produkt reift beim Kunden.
im Bühnenhintergrund der neue Schwellkasten der zweiten Bauphase
Als wir 2016 mit der ersten Bauphase "fertig" waren, konnten alle Beteiligten an diesem spannenden Projekt noch nicht absehen, wohin die Reise tatsächlich gehen würde. Die Grundlagen waren durch die Projektidee von Prof. Christoph Bossert gelegt, und die Pläne für die zweite Bauphase lagen mehr oder weniger komplett in der Schublade und warteten auf ihre Umsetzung. Doch weit gefehlt – diese Pläne wurden in ihrer damaligen Form jedenfalls nicht realisiert. Stattdessen entwickelten sich die Projektideen auf allen Seiten und an allen Fronten weiter, befeuert durch die tägliche Auseinandersetzung des Künstlers mit dem Instrument.
linke Registerterrassen
rechte Registerterrassen
Also kehrten wir alle an den Planungstisch zurück und entwickelten ein Konzept für diese zweite Bauphase, das den neuen Ideen entsprach. Die Orgel im großen Saal der Musikhochschule entwickelte sich zum analogen Synthesizer. Der Schwerpunkt bewegte sich hin zur akustischen Synthetisierung bekannter Orgelklänge mittels bisher vielfach unbekannter Grundklänge. Zugegeben: das klingt sehr komplex und theoretisch. Aber niemand kann diese Gedanken so überzeugend darlegen, wie ihr Vordenker Christoph Bossert:
Wir stellen Ihnen hier die Disposition der Orgel in zwei verschiedenen Formen zur Verfügung:
- Einmal die Liste der Registerbeschriftungen mit den Standorten der jeweiligen Registern und den MIDI-Adressen, zusammengestellt von Prof. Hannes Ritschel, der sich Rahmen seiner Professur für "Orgelkunst – Kreativitätskonzepte – KI" mit den technischen Möglichkeiten einer Hyperorgel beschäftigt.
- Die andere Disposition gibt neben den Namen der Registerwippen am Spieltisch und dem Standort auch die Zusammensetzung der "synthetisierten" Stimmen an. Besonders letztere beruht auf den Ideen und Klangvorstellungen von Prof. Christoph Bossert und reifte wie besagte Banane im Laufe der vergangenen Monate zu ihrer jetzigen Gestalt. Ob es dabei bleibt – wer weiß?
Schwelljalousien der zweiten Bauphase
Schon ein kurzer Blick zeigt: diese Dispositionen können nicht schnell gelesen, sie wollen studiert werden. Doch letztlich sind auch gedruckte Namen nur Schall und Rauch. Wir sind sehr gespannt, zu welchen "Taten" dieses Instrument die in jedem Sinne Klangschaffenden der nächsten Generationen inspirieren wird. Gedankt sei allen Beteiligten für ihren Mut und die Zuversicht, mit denen wir gemeinsam den Weg zu diesem ganz besonderen Instrument gegangen sind.
Blick über Haupt- und Cornettwerk
Zum tieferen Verständnis des Konzeptes, zur Genese und zur Registrierkunst im Besonderen empfehlen wir eine Feature-Reihe, die Christoph Bossert an diesem Instrument – allerdings im Zustand der ersten Bauphase – entwickelt und produziert hat.
Pfeifen unter der Decke im Echo (bisheriges Schwellwerk)
am rechten Rand die originalen Zink-Pfeifen der Skinner-Klarinette (durchschlagend)
im Schwellkasten des zweiten Bauabschnitts
im Schwellkasten des zweiten Bauabschnitts
